Moments - besondere Begegnungen

Sale-Shopping: Coole Schnäppchenjagd oder mieser Geiz?

Die Schilder sind nur schwer zu übersehen, in großen, roten Lettern strahlen sie uns potenzielle Käufer an – die Botschaft ist Eindeutig: SALE! Hier gibt es etwas ganz besonders billig! Egal ab 25%, 50% oder sogar 70%: Die Fußgängergassen, die Kaufhäuser sind überfüllt von Sonderangeboten. Ein besonderes Erlebnis an der Kasse, hat mich zum Nachdenken gebracht und heute möchte ich mich folgenden Fragen stellen: Wann wird aus der spaßigen Schnäppchenjagd eine geizige Shoppingtour? Und ist Geiz wirklich geil? Oder einfach nur skrupellos?

Neulich war ich mit meinem FreundP1090004 shoppen und wie immer habe ich, voll in meinem Element, nach Sonderangeboten Aussschau gehalten. Woher ich diese Angewohnheit habe? Gute Frage!

Der wichtigste Grund, ist natürlich mein stark begrenztes Budget. Ich meine, wer kennt es nicht: Im Kleiderschrank sind nur noch ungeliebte Stücke, im Portemonnaie herrscht Ebbe. Ja, natürlich habt ihr recht, ihr lieben Kritiker. Wenn man kein Geld hat, muss man auch nichts kaufen! Aber es macht eben Spaß…

Nun gut. Der nächste Grund, der mich zur begeisterten Schnäppchenjägerin macht, ist die Tatsache, dass ich mit weniger Geld mehr Teile bekommen kann!

Vor allem wenn ich mit meinen Sale-begeisterten Mädels unterwegs bin artet das ganze schon fast zu einem Wettkampf aus. Wer hat am Ende die meisten Dinge für das kleinste Geld? Und Last but not Least macht es ja auch richtig happy, wenn man für sein hart erarbeitetes Geld viele tolle Dinge hat und nicht nur ein einziges, vollkommen überteuertes Teil.

AberP1090003 was mich überhaupt dazu gebracht hat, mich dieser Frage zu stellen erfährst du nun: Als ich also neulich ganz begeistert mit meinem von 18Euro auf 3Euro reduzierten BH an der Kasse stand und stolz etwas von einem tolle n Schnäppchen murmelte, erwiderte der Verkäufer bissig: „Immer dieser elendige Geiz!“

Ich muss zugeben, dass hat mich echt geschockt! Bis zu diesem Moment habe ich mich nämlich nicht als geizig oder knausrig gesehen, im Gegenteil. Meine Rechnung war ganz einfach: Wenig Einkommen, für das ich möglichst viel haben will… Ist dass denn wirklich falsch?

Über die ethische Frage rund um Kleidungskauf möchte ich jetzt gar nicht erst eröffnen, sonst sitze ich noch als Skelett vor meinem Laptop 😉 Aber nochmal zurück zum Thema: Wo endet die fröhliche Schnäppchenjagd? Wo beginnt der Geiz? Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht… Aber vielleicht kann ich die Frage über einen kleinen Umweg beantworten: Es ist eine Sache des Blickwinkels. 1. Was bin ich gewohnt? 2. Welches Einkommen habe ich? In meinem Beispiel bin ich Markenklamotten nicht gewohnt, sie kommen mir also ohnehin schon überteuert und fremd vor. Und für den BH hätte ich, nach dem neuen Mindestlohn mehr als zwei Stunden arbeiten müssen….

P1090005Vielleicht war das ein erster Ansatz zur Beantwortung dieser wirklich spannenden Frage. Wenn nicht: Hinterlasst mir gerne eure Gedanken&Denkanstöße zum Thema!

Ich wünsche allen begeisterten Schnäppchenjägern/-innen noch eine fröhliche Jagd und an den Rest: Nein, wir Sale-Shopper sind nicht für Kinderarbeit, nicht für Chemie und nicht für schlechte Qualität. Wir möchten nur unser Portemonnaie schonen 🙂

 

Alles Liebe, Eure Franzi

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7 Kommentare zu „Sale-Shopping: Coole Schnäppchenjagd oder mieser Geiz?

  1. Also ich habe früher auch nach Schnäppchen Aisschau gehalten, inzwischen ist meine Haltung eine andere. Ich habe genug Klamotten, wirklich genug. Ich habe mir, als ich Geld über hatte, eine hübsche Grundausstattung für meinen Schrank gekauft.

    Wenn ich nun etwas kaufe, dann weil ich etwas will und nicht weil ich etwas brauche. Und das soll so wenig wie möglich auf Kosten anderer gehen, daher sind die neuen Stücke recht teuer, da ich auf faire, möglichst nachhaltige Produktion achte. Shoppingtouren in der Stadt sind damit natürlich auch gestrichen. Was auch noch in Frage kommt für mich ist Second Hand, das ist auch nachhaltig – besser weitergeben als wegwerfen 🙂 Und in manchen Second Hand Läden findet man wirklich tolle Dinge.

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    1. Hallo Claudia 🙂
      Erstmal vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde deine Einstellung zum Shoppen wirklich klasse und sehr vorbildlich. In einen Secondhandladen wollte ich auch schon immer mal gehen, leider ist das Angebot hier in meiner Gegend sehr gering…
      Liebe Grüße, Franzi

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    2. Hallo liebe Claudia!
      Erstmal Danke für deinen lieben Kommentar. Ich finde deine Einstellung wirklich gesund und durchdacht. Vor allem deine soziale Einstellung finde ich bemerkenswert.
      Liebe Grüße, Franzi

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  2. Bei mir ist das mit dem Schnäppchen so ein Ding. Es gibt Dinge bei denen schaue ich knausrig auf den Preis. Kaufe mir nur das Nötigste und Günstigste. Dann gibt es wiederum Dinge bei denen mir Geld (fast) egal ist. Kann mir aber die teueren Dinge nur leisten, weil ich an anderen Dingen spare, da ich als Student ein recht begrenztes Budget habe…
    Wenn man sich dann mal was tolles, teueres leistet löst das eine richtige zufriedenheit in mir aus (Vorrausgesetz es war kein Fehlkauf:P). Nur knausern macht ja auch nicht glücklich. Daher ein gute Mittelweg ist denke ich das Beste 😀

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    1. Hallo Max!
      Ich denke deine Sichtweise auf die Dinge ist charakteristisch für junge Leute mit geringem Einkommen. So kann ich mich dir nur anschließen, auch wenn ich hin und wieder darüber nachdenke, welches Ende nun das Richtige zum Sparen ist…
      Liebe Grüße, Franzi

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  3. Als Digitale Nomadin kaufe ich gerade an Klamotten nur das, was ich wirklich brauche, ich muss es nämlich in meinem Rucksack mit mir herumschleppen. Die meisten meiner Klamotten sind von guter Qualität und halten entsprechend lange. Ich habe auch einige schicke Teile, allesamt von der spanischen Marke desigual. Nicht billig, aber auch hier muss ich sagen, dass mein erstes, vor drei Jahren gekauftes Kleid, auch heute noch aussieht wie neu. Das ist bei H&M-Sachen nun mal leider nicht der Fall, egal ob sie Normalpreis sind oder herabgesetzt. ich habe nichts gegen Schnäppchen, aber ich habe etwas gegen billige Klamotten, für die erstens Arbeitskräfte in China und Bangladesh ausgebeutet wurden und die ich zweitens nach zehnmal Waschen entsorgen kann.

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    1. Hallo liebe Nuriayasmin!
      Danke für deinen durchaus kritischen Kommentar. Ich kann dir wirklich nur zustimmen, wenn es um die Qualität und Beschaffenheit von billiger Mode geht. Und natürlich möchte auch ich niemanden ausbeuten. Dennoch ist und bleibt das alles auch eine Frage des Budgets.
      Liebe Grüße, Franzi

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