Moments - besondere Begegnungen

Grenzen gibt es nicht. Nur in deinem Kopf.

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Grenzen gibt es nicht. Höchstens Blockaden. Und die sind reine Kopfsache. Kein ernst zu nehmendes Problem.

Stimmt. Klingt nach Hokuspukus und ich muss zugeben, dass ich das selbst nicht so recht glauben wollte. Bis mir nichts anderes mehr übrig blieb und mich plötzlich 30 Hindernisse und 10km vom Ziel trennten. Dabei fehlten mir nur zwei Dinge bis zum Ziel: Ehrgeiz. Und Kondition.

Schon vor einem guten halben Jahr habe ich mich zum 2. Mission Mudder Black Forest angemeldet. Irgendwie dachte ich, wenn der Lauf näher rücken würde, würde ich schon trainieren. Irgendwie. Irgendwann. Obwohl ich laufen echt hasse.

Aber natürlich kam es anders. Ich habe nicht trainiert. Und ich bin keine Läuferin geworden. Ach und bevor ich es vergesse: Ehrgeizig war ich noch nie. Doch plötzlich war es so weit: Der Countdown lief und während meine Füße in den billigen Laufschuhen zu kribbeln begannen, bekam ich Panik. Über mit flatterte das Start-Ziel-Banner und ich hatte absolut keine Ahnung wie ich die Strecke überleben sollte. 10Km. 30 Hindernisse. „Dein Lauf. Keine Gnade.“

Na super.

Trotzdem bin ich losgelaufen. Nur um nach den ersten 250 Metern festzustellen, dass mein Körper auf Schnappatmung umgestellt hat und ich jeden Stein unter meinen Fußsohlen spüre. Als endlich das erste Hindernis vor uns auftauchte, keuchte ich bereits wie ein Rhinozeros. Aber da die sich ja ganz gerne mal im Schlamm suhlen, sprang auch ich voller Elan in den Matsch!

Ungefähr 5 Hindernisse und 3 Kilometer später erwachte dann etwas in mir, was nie vorher dagewesen war: Ehrgeiz! Während Sven vollkommen entspannt neben mir herlief und bei mir bereits der Reserveakku ansprang, schrie meine innere Stimme immer lauter: Nicht aufgeben! Ich war selbst vollkommen überrascht, als meine Füße sich plötzlich mechanisch und fast von allein bewegten. Langsam zwar. Aber unaufhörlich.

Kurz vor dem Wendepunkt der Strecke schoss IMG_20140612_145140-1[1]plötzlich stechender Schmerz durch meinen Knöchel. Beim Sprung von einer Holzrampe mit dem bezaubernden Hindernissname „Kläranlage“ hatte ich mich irgendwie verdappt. Doch ich konnte nicht stehenbleiben. Es ging nicht. Ich wollte – nein, musste – diesen Lauf schaffen! Nur wenige Meter später stolperte ich an einem Abhang und zack – schon wieder der linke Knöchel. Eigentlich wäre das doch genug Grund gewesen einzusehen, dass ich eben kein Läufer war. Aber ich biss mir auf die Zähne und lief. Oder besser: Humpelte. Ein Hindernis später war der Schmerz vergessen. Glück gehabt!

Als es zum zweiten Mal an einer besonders strömigen Stelle durch den Neckar ging, begannen meine Muskeln zu streiken. Keuchend kam ich dann am Stadtrand an. Hier erwarteten uns Spaziergänger und 150 Treppenstufen. Die Leute johlten mir zu. Kein Wunder, die hatten noch nie eine so langsame Läuferin gesehen. Plötzlich lachte ich: „Autogramme gibts erst hinter der Ziellinie!“ Das Lachen der Leute trieb mich vorran.

Weitere 2 Hindernisse später verlies mich schließlich meine Kraft. Ich konnte nicht mehr. Keinen Schritt weiter. Bergauf. Bergab. Ich wollte nicht mehr. Echt nicht. Ein paar Minuten dachte ich tatsächlich darüber nach aufzugeben. Ein Krampf im linken Bein schien mich zu bestätigen. „Ermutigung!“ grinste Sven mir zu. Und ich wusste: Alles, aber nicht aufgeben!

Und plötzlich war es da: das letzte Hindernis! Eine rießige Pyramide aus Stroh. Mühsam erklomm ich sie. Als ich auf der anderen Seite wieder festen Boden unter den Füßen hatte, brachte ich sogar noch einen stolzen Endspurt zu stande.

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Und dann hatte ich es tatsächlich geschafft: Ich war im Ziel angekommen! Ja, ich habe gezweifelt. Ja, ich wollte nicht mehr weiter. Und trotzdem habe ich es geschafft! Ich habe meine innere Grenze überwunden. Und ich bin verdammt stolz drauf!

Aber nicht nur das: Es hat sogar verdammt viel Spaß gemacht etwas durchzuhalten und sich mal wieder so richtig dreckig zu machen. Hindernisse zu überwinden. Im Team über Mauern zu klettern… Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei! Und zur Belohnung kaufe ich mir erstmal neue Laufschuhe 😉 Vielleicht klappt es ja dann mit dem Training…

Manchmal muss man einfach druchhalten. Weitermachen. Ins Ziel kommen. Denn Grenzen gibt es nicht. Nur in deinem Kopf.

In diesem Sinne, alles Liebe, Eure Franzi ❤

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